Was, wenn dein Normal längst keins mehr ist?
Ein Satz genügt, um es zu prüfen.
Hallo du Superheldin 🦸♀️🦸♂️
Wie schön, dass du noch hier bist. 💛 Denn ich kann es kaum erwarten mit dir loszulegen.
Ich habe ja schon in meiner letzten Mail geschrieben, dass bei mir gerade ganz viel entsteht. Dass ich die pädagogischen Superheldinnen gerade neu denke und wir das gemeinsam angehen. Das hier ist der Anfang und ich habe tatsächlich gerade ein kleines Kribbeln in mir! ✨
Die erste Sache, die sich hier ändert mag ganz winzig sein, für mich ist sie jedoch riesig und zwar ist es der Doppelpunkt. Die Pädagogischen Superheld:innen sind für alle Kita-Leitungen gemacht wurden und das sollen sie auch bleiben. Zeitgleich lege ich meinen Fokus noch mehr auf weibliche Kita-Leitungen, deren Willen von pädagogischer Qualität trotz Bildungskrise ungebrochen ist. Sie wissen genau was Qualität bedeutet, brauchen nur ab und an ein bisschen Unterstützung, dass die Vision nicht zwischen ignorierter Absprachen und Zeitmangel untergeht.
Bedeutet das, dass alle Männer hier verschwinden müssen? So ein Quatsch! Es sind weiterhin alle herzlich willkommen, die einzige Veränderung ist, dass die Leitungen von denen ich gerade gesprochen habe sich noch besser abgeholt fühlen und mit den Nicken nicht mehr aufhören können, wenn sie diesen Newsletter lesen. Für alle anderen gilt: Nimm mit, was für dich passt und den Rest lässt du einfach liegen.
Und jetzt lass uns in den heutigen Impuls eintauchen. 🤿
Die Geburt meines zweiten Kindes ist nun 3 Monate her und in den letzten Wochen ist mir etwas fatales aufgefallen: So viele von uns (ganz besonders von uns Frauen) merken gar nicht mehr, in welchem Zustand wir uns gerade befinden. In den letzten Wochen vor der Geburt ging es mir wirklich nicht gut. Ich habe mit Übelkeit, mit Erschöpfung, mit Zweifeln ach so ziemlich dem vollen Paket was einen körperlich wie mental so beschäftigen kann, gekämpft. Aber ich habe funktioniert, denn in meinem Bauch wartete ein kleines Wunder darauf bald in meinen Armen gehalten zu werden und ich wollte, dass unser kleines Mini-Universum um uns herum ihr den besten Start in diese Welt ermöglicht, denn das hatte sie verdient. Irgendwie haben mein Mann und ich es auch geschafft dieses Mini-Universum für uns zu erschaffen und dann kam das Wochenbett. Und was soll ich sagen… Es war ruhig, es war laut, es war wundervoll, es war niederschmetternd, es war so vieles und jede einzelne Facette war unfassbar intensiv und auch das habe ich geschafft. Um ehrlich zu sein, habe ich es sogar ein bisschen zu gut geschafft. Ich habe oft funktioniert, obwohl ich hätte einfach Sein dürfen. Doch da war ja auch noch mein erstgeborenes Kind und sie ist mit 23 Monaten doch auch noch so klein. Dann ist da eine Haus, das von den Resten der Baustelle immer noch nicht ganz befreit ist, der Haushalt, ein Elterngeldantrag, eine Selbständigkeit für die es keine mentale Pause gibt und und und. Drei Monate habe ich das durchgehalten, ich bin oft an meine Grenzen gekommen und ab und an auch über sie hinausgegangen und darauf bin ich ganz und gar nicht stolz.
Doch was erzähle ich dir. Du bist Kita-Leitung und hast eine genaue Vorstellung davon was deine Kita in den nächsten Jahren braucht, was die euch anvertrauten Kinder brauchen. Doch statt dich mit vollem Fokus darum zu kümmern, sprich dich ausschließlich auf die Führung zu konzentrieren, bist du morgens schon getrieben.
Du strukturierst alles um, damit dein Team gute Arbeit leisten kann, bedenkst dabei die Vorlieben deiner Mitarbeitenden und trotzdem scheint es nicht genug zu sein.
Du erledigst Aufgaben in deiner Mittagspause, die für deine Kita 0,0 Mehrwert haben, aber dein Träger für nötig hält.
Du denkst drei Schritte voraus, damit du eine Lösung hast bevor gewisse Eltern das Problem erneut ansprechen.
Du funktionierst. Du bist Prellbock, Blitzableiter, Feuerwehrfrau, Lückenfüllerin. Und dabei fühlst du dich viel zu oft als Einzelkämpferin. Tja. Das ist, weil du einfach einen stressigen Beruf gewählt hast oder die es eben solche Phasen gibt. Nein, das ist, weil ein System in der Krise von dir alles fordert und dich in den Überlebensmodus gedrängt hat. Das Tückische daran ist, dass es sich überhaupt nicht so anfühlt.
Ich kenne den Gedanken, der jetzt vielleicht kommt. So schlimm ist es bei mir doch gar nicht. Andere haben es viel härter. „Ich funktioniere doch” oder noch viel schlimmer „Ich mache das, weil ansonsten das mein Mini-Universum zusammenbricht”. Und weißt du was? Genau dieser Gedanke ist das eigentliche Warnsignal. Denn wenn dein Körper lange genug unter Dauerlast steht, hört er irgendwann auf, Alarm zu schlagen. Nicht weil die Last kleiner wird, sondern weil er sich anpasst, um dich durchzubringen. Was gestern noch die Ausnahme war, wird zu deinem ganz normalen Dienstag. Und von da an wirkt selbst ein Alltag, der dich eigentlich auslaugt, völlig unauffällig. Das ist keine Schwäche. Das ist dein Nervensystem, das dich schützt. Und trotzdem ist es der Grund, warum so viele kluge, engagierte Leitungen erst dann spüren, wie erschöpft sie längst waren, wenn kaum noch etwas geht.
Ach wie viel mein Wochenbett mit deinem Arbeitsalltag zu tun hat, verstehe ich wirklich erst jetzt.
Ich schreibe dir das nicht, um deinen Berufsalltag schlechtzureden. Ganz im Gegenteil. Was du jeden Tag stemmst, findet unter Bedingungen statt, die niemand ernsthaft normal nennen dürfte. Personalmangel, der längst keine Ausnahme mehr ist, sondern die Grundlage, auf der geplant wird. Oder je nach Bundesland das krasse Gegenteil: Zu wenig angemeldete Kinder und die Sorge, dass Gruppen zeitnah geschlossen werden müssen. (Wie völlig absurd ist das denn bitte, anstatt jetzt die Chance zu ergreifen und endlich auf Qualität zu setzen. Aber das sprengt jetzt den Rahmen.) Ein System, das ständig von Qualität spricht und ihr gleichzeitig die Mittel entzieht. Und mittendrin du, mit der Verantwortung für Kinder, für Familien, für ein ganzes Team, jeden einzelnen Tag.
Dass du das trägst, ist alles andere als selbstverständlich. Ein Unternehmen durch eine Dauerkrise zu führen ist echte Höchstleistung. Und Höchstleistung, die zum Dauerzustand wird, ist eben kein Alltag mehr. Es ist ein Ausnahmezustand, auch wenn ihn kaum jemand so benennt. Der erste Schritt da heraus ist übrigens nicht noch mehr Kraft. Es ist Klarheit. Der ehrliche Blick darauf, dass hier gerade etwas nicht stimmt. Nicht mit dir, auf gar keine Fall mit dir. Sondern mit den absolut unterirdischen Bedingungen.
✍️ Für deinen Alltag
Ein kleiner Impuls für die nächsten Tage, mehr braucht es nicht. Beschreib in einem einzigen Satz, wie ein ganz normaler Tag bei dir aussieht. Nicht der schlimmste, nicht der beste. Ein ganz durchschnittlicher. Und dann lies dir diesen Satz noch einmal laut vor, so, als würde dir eine Freundin von ihrem Arbeitstag erzählen. Was würdest du ihr sagen?
💫 Aus meiner Welt
Ich glaube an eine neue Generation von Kita-Leitungen. An die, die aufhören, still das auszugleichen, was das System ihnen schuldig bleibt. Wir sind hier über 2.000. Nochmal: Zweitausend. Und das ist keine kleine Zahl. Das ist eine Bewegung, die man nicht mehr lange übersehen kann. ✨
Vor ein paar Wochen habe ich euch gefragt, was euch wirklich belastet und wobei ihr Unterstützung braucht. Ich habe jede einzelne Antwort gelesen und es wurde etwas deutlich was wir alle schon längst wissen. Ganz oben stand nicht ein einzelnes Thema. Ganz oben stand die Zeit. Nicht die Zeit an sich, sondern die Zeit für das, was eure Arbeit eigentlich ausmacht: gute Gespräche, echte Teamsitzungen, den Kopf frei für das Große. Die frisst euch die Verwaltung weg, das ständige Einspringen, das Feuerlöschen. Und das Bitterste daran habt ihr fast wortgleich geschrieben: Genau die Erschöpfung, die daraus entsteht, hält euch davon ab, euch Unterstützung zu holen. Keine Zeit. Zu teuer. Zu viel obendrauf.
Über diesen Widerspruch habe ich lange nachgedacht. Ihr braucht Unterstützung gerade dann am dringendsten, wenn ihr am wenigsten Kraft habt, sie euch zu holen. Und auch wenn ich Großes mit euch vor habe und Zeit schlichtweg nötig ist, euch und eure Kitas wieder zum Strahlen zu bringen, steht das erstmal hinten an. Meine Antwort ist etwas ganz simples:
Kostenlos, damit „zu teuer” wegfällt.
Neunzig Minuten, damit „keine Zeit” kein Grund mehr ist.
Und ohne eine einzige neue Aufgabe am Ende, weil das das Letzte ist, was ihr gerade braucht.
Am 15. August, um 10 Uhr lade ich dich zu einer Masterclass ein. Sie heißt „Die Leitung, die wieder atmet”. Neunzig Minuten, live, in denen wir gemeinsam sortieren, was wirklich in deiner Verantwortung liegt und was das System dir aufgeladen hat. Du gehst nicht mit einer neuen To-do-Liste heraus, sondern mit Klarheit und einem deutlich leichteren Kopf.
Es ist der Auftakt für alles, was in den nächsten Wochen und Monaten entsteht. Und du bist von Herzen eingeladen. Die Anmeldung öffne ganz bald. Heute darfst du dir den Termin einfach schon dick im Kalender markieren. 📅
🎁 Und etwas, das ich dir nicht vorenthalten möchte
Beim Lesen eurer Antworten gab es ein paar, bei denen ich innehalten musste. Da ging es nicht um eine Vorlage oder einen Impuls. Da stand zwischen den Zeilen etwas, das niemand allein tragen sollte. Und so gut eine Masterclass ist, genau diese Stellen erreicht sie nicht. Manches braucht kein Konzept, sondern ein echtes Gespräch. Jemanden, der mit dir auf deine ganz konkrete Situation schaut. Das kann ich gerade nicht mit allen von euch tun, denn noch steht meine Familie an erster, zweiter und dritter Stelle. Aber einfach daran vorbeigehen möchte ich auch nicht.
Deshalb verlose ich eine 1:1-Session mit mir. Neunzig Minuten, nur du und ich, für das, was bei dir gerade wirklich dran ist. Um teilzunehmen beantwortest du nur 6 kurze Fragen. Mehr nicht. Teilnehmen kannst du bis zum 01. August 23:59 Uhr. Am Sonntag drauf wird die Gewinnerin per Mail informiert und natürlich gibt es auch einen Trostpreis. Doofes Wort, da fällt mir bis Sonntag noch was Besseres ein.
💌 Zum Schluss
Ich freue mich richtig, wieder hier zu sein. Nächsten Dienstag geht es weiter. Denn zum Start melde ich mich sieben Wochen lang einmal die Woche. Danach gibt es jeden Monat genau einen Newsletter. Denn ich melde mich lieber 12 Mal mit echtem Mehrwert, als 52 Mal und komme nicht auf den Punkt.
Und falls du das liest und selbst keine Kita leitest, sondern im Team stehst, in der Fachberatung arbeitest oder einfach hier bist, weil dich gute Pädagogik nicht loslässt: bleib dabei. Diese Reise ist genauso für dich.
Bis nächsten Dienstag.
Von Herzen
Laura - 101Visionen
Geschrieben mit einem kleinen Menschen in Hörweite, der gerade beschlossen hat, dass Schlafen überbewertet ist. 💛

