Die Leitung, die wieder atmet.
Sortiere deine Gedanken auf diese zwei Stapel, um wieder mehr Luft zu haben.
Hallo du Superheldin 🦸♀️🦸♂️
Da bist du wieder. Und ich freue mich ehrlich, dass auch diese Zeilen von dir gelesen werden. 💛
Es ist ein guter Tag. Das Team ist da, keine Lücke im Dienstplan, alles läuft. Genau so ein Tag, an dem du dir endlich das vornimmst, was seit Wochen liegen bleibt. Du setzt dich nur noch kurz an den Elternbrief, gibst dir eine halbe Stunde, das sollte reichen.
Dann klopft es. Nur kurz, eine Frage zum Dienstplan. Du antwortest, findest deinen Faden wieder. Es klopft wieder. Ein Papa mit einer Sorge, für die du dir Zeit nimmst. Kaum bist du zurück im Satz, steht die nächste in der Tür, ob du mal eben schauen kannst. Zwischendurch das Telefon. Eine Mutter, die dich sprechen will. Ein Paket, das angenommen werden muss.
Jede einzelne Sache ist berechtigt. Keine ist der Rede wert. Und trotzdem sitzt du zwei Stunden später immer noch an diesem einen Elternbrief, den du in dreißig Minuten schreiben wolltest, damit du danach an die Vorbereitung für den pädagogischen Tag setzen kannst, der in deinem Team wirklich etwas bewegt. Aber davon ganz zu schweigen.
Es ist nichts Schlimmes passiert. Kein Notfall, kein Ausfall, kein Drama. Und genau das ist das Verrückte. Du hattest einen guten Tag mit vollem Team und bist am Abend trotzdem enttäuscht. Die Arbeit, für die du diesen Beruf gewählt hast, ist auch heute wieder nicht drangekommen. Nicht weil etwas dazwischenkam, sondern weil ständig alles dazwischenkommt.
Kennst du das? Dann lass mich dir zeigen, was da wirklich passiert. Denn das ist kein Chaos und kein Zufall. Das hat ein Muster.
Und jetzt lass uns eintauchen. 🤿
Du trägst jeden Morgen zwei Stapel in deine Kita.
Auf dem einen liegt alles, wofür du diesen Beruf gewählt hast. Die Kinder. Deine pädagogische Haltung. Dein Team, das du wachsen sehen willst. Die Vision, wie eure Einrichtung in zehn Jahren aussehen soll. Gute Gespräche. Echte Entwicklung. Das ist dein Stapel. Der, für den dein Herz schlägt.
Auf dem anderen liegt alles, was ein System dir aufgeladen hat, das an allen Ecken bröckelt. Die Verwaltung, die du nebenher machen sollst. Das ständige Einspringen, weil schon wieder jemand fehlt. Das Ausgleichen von Lücken, die du nicht gerissen hast. Das Feuerlöschen. Der Papierkram, der keinem einzigen Kind einen guten Moment schenkt. Das ist nicht dein Stapel. Der wurde dir in die Arme gedrückt.
Letzte Woche haben wir uns angeschaut, dass dein Normal längst keins mehr ist. Dass du in einem Zustand arbeitest, den kaum jemand so benennt, und dass das nichts mit dir zu tun hat, sondern mit den Bedingungen. Heute gehen wir eine Ebene tiefer. Denn ich möchte dir etwas zeigen, das ziemlich viel erklärt.
Du weißt selbst, dass es nicht dein Stapel ist, der dich auslaugt. Es ist der andere.
Der fremde Stapel frisst deine Stunden, den Platz in deinem Kopf, deine Kraft. Und weil du so verdammt gut darin bist, ihn trotzdem zu tragen, sieht von außen niemand, dass er dir gar nicht gehört. Du trägst ihn so souverän, dass er unsichtbar wird. Auch für dich.
Das Bittere daran ist nicht nur die Erschöpfung. Es ist, was dabei verloren geht. Denn je voller der fremde Stapel wird, desto weniger bleibt für deinen. Für die Kinder. Für dein Team. Für die Pädagogik, die du eigentlich leben willst. Am Ende des Tages bist du leer und ausgerechnet der Stapel, der wirklich zählt, liegt fast unberührt da.
Und weißt du, was das Ganze noch schwerer macht? Es ist nicht die riesige Menge, die uns kaputt macht. Nicht die Menge macht krank, sondern das Gefühl, viel tragen zu müssen und kaum etwas entscheiden zu dürfen. Nicht wirksam sein zu können. Genau das ist der fremde Stapel. Du sollst ihn schleppen, aber ändern darfst du an ihm nichts. Kein Wunder, dass er so viel Kraft zieht.
Ich weiß, worauf du jetzt vielleicht wartest. Auf den Tipp, wie du beide Stapel noch besser wuppst. Ein cleveres Zeitmanagement. Noch ein System. Noch mehr Kraft.
Aber das machen wir jetzt nicht wirklich! Du brauchst nicht mehr Kraft, um Fremdes zu tragen. Du brauchst Klarheit darüber, was überhaupt deins ist.
Denn die Verantwortung für deinen Stapel zu übernehmen, das ist deine Aufgabe und die erledigst du jeden Tag mit Bravur. Aber die Verantwortung für den fremden Stapel, für die Systemfehler, für das, was strukturell einfach fehlt, die darfst du zurückgeben. Nicht aus Bequemlichkeit. Sondern weil sie nie deine war.
Das ist kein Aufgeben. Das ist Führung.
✍️ Für deinen Alltag
Nimm dir einen ganz normalen Tag dieser Woche und sortier ihn in zwei Stapel.
Auf die eine Seite alles, was wirklich deins ist. Führung, pädagogische Haltung, dein Team, die Kinder. Auf die andere alles, was dir das System aufgeladen hat.
Und dann schau ehrlich hin. Welcher Stapel hat dich heute mehr Kraft gekostet? Und wie viel Zeit blieb am Ende für den, der eigentlich zählt?
Du musst noch nichts verändern. Sehen reicht für heute.
💫 Aus meiner Welt
Genau diese Sortierung ist der Kern von allem, was jetzt kommt.
In der kostenlosen Masterclass „Die Leitung, die wieder atmet” machen wir am 15. August genau das. Wir nehmen deine zwei Stapel auseinander, wir schauen, was wirklich in deiner Hand liegt, und wir legen ab, was dich nur beschwert. Du gehst nicht mit einer neuen To-do-Liste heraus, sondern mit einem klaren Kopf und dem Gefühl, wieder atmen zu können.
Letzte Woche habe ich es bereits angekündigt und jetzt kannst du dich anmelden:
💌 Zum Schluss
Nächsten Dienstag geht es weiter. Dann geht es um deinen Stapel. Genauer: um die Menschen darauf. Um dein Team, um Absprachen, die halten und um die Frage, warum Nähe und Klarheit sich nicht ausschließen, sondern zusammengehören.
Bis nächsten Dienstag.
Von Herzen
Laura - 101Visionen
Geschrieben mit ziemlich müden Augen, aber einem Lächeln im Gesicht. 💛

