Hallo du Superheldin 🦸♀️🦸♂️
Da sind wir. Ein (vorerst) letztes Mal im wöchentlichen Rhythmus. Ich kann ja kaum glauben, dass wir schon bei Ausgabe sieben angekommen sind. Die Zeit fliegt wie immer.
Sieben Wochen. Sieben Dienstage. Sieben Mal hast du dir ein paar Minuten genommen, mitten in einem Alltag, der dir eigentlich keine lässt. Das ist alles andere als selbstverständlich. Daher ein ganz großes Danke, dass du dabei geblieben bist und die Bildungswelt zu einem besseren Ort machst.
Und nun lass uns ein letztes Mal im Wochenrhythmus eintauchen. 🤿
🧭 Der Weg, den wir gegangen sind
Bei so einer knackigen Reise darf der Blick in den Rückspiegel nicht fehlen, denn wir haben richtig Meter zurückgelegt.
Wir haben damit angefangen, dass dein Normal längst keins mehr ist. Dass du im Überlebensmodus arbeitest und dass das nichts mit dir zu tun hat, sondern mit den Bedingungen eines desaströsen Systems. Dann haben wir deine Verantwortungsbereiche auf zwei Stapel sortiert, deinen und den, den dir das System aufgeladen hat. Wir haben uns dein Team angeschaut und die eine Frage gefunden, statt einem Vorwurf ein echtes Gespräch ermöglicht. Wir sind zu dir gekommen, zu der Frage, wer du als Leitung eigentlich sein willst. Also wirklich sein willst und wir haben geschaut, wie aus all deinem Wissen etwas wird, dass dich und dein Team im Alltag trägt. Und letzte Woche sind wir ganz tief in die Innenschau gegangen, zu dem Satz, der dich immer wieder ganz nach hinten stellt.
Ja klar, es waren nur ein paar Mails und du hast sicherlich die ein oder andere zwischen Tür und Angel gelesen. Aber mal ehrlich, das ist nicht nur ein intensiver Weg von außen nach innen, sondern das ist der Anfang eines intensiven Wachstums. Denn wenn du dir die Frage nach deiner Leitungsidentiät wirklich beantwortet hast, also mit hinsetzen, Stift und Zettel und vielleicht sogar passender Hintergrundmusik, dann meine Liebe… Dann hast du ab sofort eine kleine Laura auf deiner Schulter sitzen und die geht auch nicht mehr weg. ;)
Diese kleine Laura zuppelt immer an deinem Ohrläppchen, wenn…
…du freitags in alte Muster verfällst und die Planung der nächsten Teamsitzung auf Montag verschiebst, weil die besorgten Eltern jetzt eingefangen werden müssen. Im Zweifel bekommst du schon was aus dem Ärmel geschüttelt und es ist ja eh genug zu organisieren. Dann kommt dein pädagogischer Input halt eine Woche später. Und in dem Moment ist auch schon das schlechte Gewissen da, weil du genau weißt wie wichtig es ist, dass dein Team endlich klare Werte definiert und sich darüber klar wird, wie das im Alltag sichtbar wird.
…du mal wieder als Erste in die Gruppe springst, obwohl du eigentlich einen Plan für genau solche Tage hast. Deine kleine Laura räuspert sich und fragt ganz leise, ob das gerade wirklich deine Aufgabe ist oder ob du nur schneller warst als das Aushalten der Lücke.
…du dir morgens fest vorgenommen hast, heute pünktlich zu gehen und um kurz vor vier trotzdem noch schnell die Bestellung aufgibst, weil es ja sonst keiner macht.
…du in der Teamsitzung merkst, dass ihr wieder nur Organisatorisches abarbeitet und den Punkt Pädagogik, der ganz unten auf der Liste steht, zum dritten Mal vertagst. Warum steht Pädagogik denn am Ende der Liste?
…du eine Entscheidung eigentlich schon getroffen hast, sie dann aber doch wieder aufweichst, weil eine Kollegin skeptisch guckt und du bloß keinen Unmut auslösen willst.
…du dir sagst, das Konzept für unsre Eingewöhnungen überarbeite ich, wenn es mal ruhiger ist und du ganz genau weißt, dass diese Ruhe nie kommen wird.
…du dein Mittagessen im Stehen im Türrahmen isst, während du nebenbei drei Fragen beantwortest und dir fest einredest, dass das als Leitung halt so ist.
…du dem Träger auf eine Extraaufgabe sofort mit Ja antwortest, obwohl in dir längst ein Nein saß und du dich hinterher fragst, warum eigentlich.
…du abends im Bett noch die Gespräche des Tages durchgehst und dir überlegst, was du hättest besser machen können, statt anzuerkennen, was du alles gestemmt hast.
Und weißt du was? Genau das ist es, was bleibt. Nicht die perfekte Umsetzung, sondern diese kleine Stimme, die nicht mehr verschwindet, wenn du sie einmal geweckt hast.
💎 Die innere Stimme
Diese kleine Laura auf deiner Schulter? Die bin gar nicht ich.
Ich habe sie nur so genannt, weil es ein schönes Bild ist und weil ich dich in diesen sieben Wochen ein Stück begleiten durfte. Aber diese Stimme, die sich meldet, wenn du wieder in alte Muster verfällst, die war schon lange vor mir da. Es ist deine eigene. Es ist die Leitung in dir, die ganz genau weiß, was richtig ist. Sie wusste es die ganze Zeit. Sie war nur so leise geworden unter all dem Lärm, dem Personalmangel, den Mails und Anrufen, den tausend kleinen Bränden, dass du irgendwann angefangen hast sie zu überhören.
Alles, was diese Reihe getan hat, war, sie wieder lauter zu drehen.
Und ich hoffe damit fällt auch der ganze Druck weg, alles sofort perfekt machen zu müssen. Denn es geht gar nicht darum, ab morgen in jeder dieser Situationen anders zu handeln. Es geht darum, dass du diese Situationen überhaupt wieder als heikle Situation bemerkst. Dass du deine Grenzen wahrnimmst. Dass du diese Stimme hörst, die sich meldet. Das Handeln kommt später, Schritt für Schritt. Das Hören ist der Anfang und damit hast du ja bereits angefangen.
✍️ Für deinen Alltag
Heute keine Übung, keine Frage zum Grübeln. Heute nur eine Einladung, milde zu dir zu sein.
Nimm dir einen Moment und schau ehrlich zurück auf die letzten sieben Wochen. Nicht auf das, was du noch alles vorhast. Sondern auf das, was sich schon bewegt hat. Ein Gedanke, der dich nicht mehr loslässt. Ein Moment, in dem du dich anders entschieden hast als sonst. Ein einziger Satz aus einer dieser Ausgaben, der hängengeblieben ist.
Und dann erlaub dir, stolz darauf zu sein. Nicht auf das, was noch fehlt. Auf das, was schon da ist. Auch das gehört zu Führung.
💫 Aus meiner Welt
Wenn dich diese Reise bewegt hat, dann weißt du jetzt auch, dass ein Newsletter ganz viel anstoßen kann, aber danach die eigentliche Arbeit erst anfängt. Diese Texte können dir die Tür zeigen, durchgehen musst du selbst. Und das geht, ehrlich gesagt, am besten in guter Gesellschaft.
Genau dafür habe ich die Leitungswerkstatt gebaut. Sie ist der Ort, an dem all das, was wir hier nur anreißen konnten, wirklich Tiefe bekommt. Wo aus der Leitungsidentität in deinem Kopf gelebte Praxis wird. Wo wir an den Glaubenssätzen arbeiten, die sich allein mit einem Zettel eben nicht bewegen lassen. Und wo du nicht mehr die Einzige bist, die sich an all das erinnert, sondern von anderen Leitungen umgeben bist, die genau denselben Weg gehen.
Falls du also spürst, dass du weitergehen willst, dann schau sie dir an. Und wenn du in die Aufzeichnung der Masterclass schaust, wartet dort noch ein Angebot auf dich, das ich extra für alle gemacht habe, die jetzt wirklich ins Gestalten kommen wollen.
💌 Zum Schluss
Ab jetzt melde ich mich einmal im Monat bei dir. Auch wenn es mir gerade etwas schwer fällt, denn ich habe die letzten sieben Wochen diesen Monolog wirklich lieben gelernt, besonders weil so tolles Feedback kam.
Bis dahin wünsche ich dir von Herzen, dass du dich immer öfter an den Anfang deiner eigenen Liste setzt. Dass du atmest. Und dass du der Leitung, die tief in dir weiß, wohin sie will, wieder öfter zuhörst.
Wir lesen uns. Nicht nächsten Dienstag, aber ganz bald.
Von Herzen
Laura - 101Visionen
Glücklich, dass ich diese Ausgabe gerade noch rechtzeitig fertig habe, dass sie als Dienstags-Ausgabe gilt. 💛

